15.09.2019 - 19:30 Konzert

Klavierabend – Ehsan Ayatollahi

Ludwig van Beethoven

Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13 „Pathétique“
1. Grave – Allegro di molto e con brio
2. Adagio cantabile
3. Rondo: Allegro

Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27/2 „Mondscheinsonate“
1. Adagio sostenuto
2. Allegretto
3. Presto agitato

*** Pause ***

Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 „Appassionata“
1. Allegro assai
2. Andante con moto
3. Allegro ma non troppo – Presto

 

Die 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven zählen zu den bedeutendsten Werken der
Klavierliteratur. Man bezeichnet sie nach der berühmten Einschätzung Hans von Bülows auch als
das „Neue Testament“ der Klavierliteratur; das „Alte Testament“ sei das Wohltemperierte Klavier
von Johann Sebastian Bach.
Die Sonate Nr. 8 in c-Moll op. 13 wurde mit dem Einverständnis des Komponisten vom Verleger
als Grande Sonate Pathétique bezeichnet und unter dem Namen Pathétique bekannt. Sie ist
dem Fürsten Karl von Lichnowsky gewidmet, den Beethoven als einen der „treuesten Freunde
und Beförderer“ seiner Kunst sehr schätzte, und entstand im Jahr 1798 und wurde 1799
veröffentlicht, womit Beethoven zur Zeit des Komponierens 27 Jahre alt war. „In vielen
Beethoven-Büchern wird op. 13 als »Durchbruch« zum eigenen Ausdrucksstil gesehen.“ Man sah
das Bekenntnishafte und Subjektive seiner Musik im revolutionären Zeitalter Napoleons als
Ausdruck eigenen, pathetisch überhöhten Schmerzes wie auch als politisch zu deutendes
Phänomen (Theodor W. Adorno).
Die Sonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll, vollendet 1801, wird auch als Mondscheinsonate
bezeichnet. Beethoven selbst gab seinem Werk den Beinamen Sonata quasi una Fantasia
(„… gleichsam eine Fantasie“). Die Bezeichnung „Fantasia“ bezieht sich auf die ungewöhnliche
Satzfolge der Sonate. Damit lassen sich die für die herkömmliche Sonatenform untypischen
Tempi der jeweiligen Sätze erklären.
Nachdem die Sonate während jener Zeit, in welcher sie ihren ersten Bekanntheitsgrad erwarb,
vorerst „Laubensonate“ genannt wurde, da Beethoven den ersten Satz in einer Laube
improvisiert haben soll, erhielt das Werk seinen populären Namen Mondscheinsonate einige
Jahre nach Beethovens Tod von dem Musikschriftsteller Ludwig Rellstab, der sich beim Hören
des ersten Satzes an eine Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee erinnerte.
Beethoven widmete die Sonate später seiner damals 20-jährigen Klavierschülerin Gräfin Julie
Guicciardi (1782–1856), in die er zuvor für kurze Zeit verliebt gewesen war. Anton Schindler
behauptete 1840, sie sei auch die Adressatin des berühmten Briefs an die „Unsterbliche
Geliebte“, was sich später als reine Spekulation erwies.
Schon zu Beethovens Lebzeiten war die Mondscheinsonate eines seiner populärsten
Klavierwerke. Sie gilt mit ihren formalen Freiheiten und ihrem emotionsbestimmten Stil als
wichtiger Vorläufer der musikalischen Romantik.
Die Sonate Nr. 23 in f-Moll op. 57 mit dem Beinamen Appassionata gehört zu den
bekanntesten Klavierwerken des Komponisten und gilt als Inbegriff expressiver solistischer
Virtuosität. Die Sonate ist ein Höhepunkt im Schaffen Beethovens. Sie entstand in den Jahren
1804 und 1805 und wurde 1807 in Wien veröffentlicht. Beethoven widmete sie dem Grafen Franz
von Brunsvik, auf dessen Schloss er in dieser Zeit zu Gast war. Der Beiname „Appassionata“
(Die Leidenschaftliche) wurde der Sonate erst 1838 vom Hamburger Verleger Cranz bei der
Herausgabe einer Bearbeitung für vier Hände gegeben.
Wie manch anderes Beethovensche Werk erfuhr die Appassionata seit ihrer Entstehung
verschiedenste außermusikalische Deutungen. Die meisten bringen die „eruptiv
herausbrechende Leidenschaft“ und „glanzvoll-dämonische musikalische Wirkung voll
romantischer Virtuosität“ in Zusammenhang mit einem realen bzw. seelischen Sturm. Dabei
berufen sie sich auf eine Bemerkung Beethovens zur Bedeutung von Op. 31/2 (Klaviersonate Der
Sturm) und Op. 57 gegenüber seinem Sekretär und ersten Biographen Anton Schindler, in
welcher dieser gesagt haben soll: „Lesen Sie nur Shakespeare’s ‚Sturm‘.“ Der Bezug zum Werk
Shakespeares ist hierbei jedoch umstritten. Carl Czerny sieht ein im Meer bedrohtes Schiff, und
Alfred Cortot sowie Joseph Pembaur sehen sogar Parallelen zwischen bestimmten Teilen der
Sonate und einzelnen Figuren aus Shakespeares Theaterstück. Carl Reinecke, Vincent d’Indy,
oder Ernst von Elterlein deuten das Werk psychologisch als einen „Seelensturm“, und bringen
dies mit privaten unglücklichen Liebeserfahrungen Beethovens in Verbindung. Adolf Bernhard
Marx interpretiert das Werk als „Aufschrei der Angst“ und „Sturm der Seele“, und Uhde schreibt:
„Unter den so verschiedenen Prozessen, die Beethovens Sonaten zum Inhalt haben, ist op. 57
die ‚Tragödie‘. Hier wird die Geschichte eines großen Willens geschrieben, der die bestehenden
Verhältnisse verändern möchte, aber der Kampf führt nicht zur Befreiung.“

Ehsan Ayatollahi wurde 1977 in den USA geboren und lebt seit 1991 in Wien. Davor verbrachte
er seine Kindheit zum Teil im Iran. Mit dem Klavierunterricht hat er im Alter von 13 angefangen.
Neben der Leidenschaft zur Musik hat er in der Schulzeit seine Begabung für Mathematik
entdeckt und nahm 3 Mal an der österreichischen Mathematik Olympiade teil. Seine
bundesweiten Erfolge in der Mathe-Olympiade (1994 zweiter Preis, 1995 erster Preis) haben ihn
dazu ermutigt, nach der Matura, anstatt Musik, Mathematik zu studieren.
Nach erfolgreichem Abschluss des Diplomstudiums an der Universität Wien und Erlangen des
akad. Grades „Mag. rer. nat“ mit Auszeichnung im Jahr 1999 hat er, neben seiner beruflichen
Tätigkeit in der Finanz- und Versicherungsbranche, zwischen 2002 und 2009 an der Universität
für Musik und darstellende Kunst Wien Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) mit Hauptfach
Klavier bei Prof. Leonore Aumaier studiert.

 

Abendkasse: 20€
Vorverkauf: 18€
Ermäßigt sowie Early Bird (beschränktes Kontingent!): 15€